Hygienekonzept durch eigene Fachgruppe
Könnt ihr euch noch an euer erstes Fahrzeug mit dem sogenannten Hygieneboard erinnern? Das war schon was! Eigentlich eine ganz simple Sache. Ein Wasserhahn, Seife, Papierhandtücher, fertig. Praktisch und gut, auch heute noch, keine Frage. Und der Name ist ja auch berechtigt. Zum Händewaschen und fürs Gesicht reicht das. Aber für moderne Ansprüche, bei der Vermeidung von Kontaminationsverschleppung reicht es natürlich nicht.
Auf einem Dienstabend im Februar haben uns Stefan Middendorf und Marcel Klitte uns das feuerwehrinterne Hygienekonzept vorgestellt. Dabei geht es darum, schwer kontaminierten Einsatzkräften sauber aus der verschmutzten Kleidung zu helfen und sich dabei selbst möglichst wenig zu gefährden.
Dafür haben wir Ausrüstung geschaffen. Eine große Plane, die optisch die Trennung von schwarzen und weißen Bereichen signalisiert. Ein Shelter für die Prozedur im Trockenen und weiteres Material. Der Trupp kommt rein, setzt sich auf eine Bank. Persönliche Anbauteile werden abgenommen, Taschen geleert und alles in kleinen Beuteln verpackt. Dann beginnt das betreute Entkleiden. Jacke, Hose, Handschuhe, Flammschutzhaube, alles wandert in die große gelbe Säcke und anschließend in die Reinigung.
Wichtig ist, das Atemschutzgerät bleibt möglichst lange auf. Oder, falls die Flaschen leer sind, wird durch einen leichten Schwebstofffilter ersetzt. Damit sich beim Ankleiden niemand zusätzlich mit Ruß und Giftstoffen belastet. Verschmutzte Hautpartien werden mit speziellen Tüchern oder einer Waschemulsion gereinigt. Danach folgt das Ankleiden. Ein Jogginganzug und gereinigte Stiefel sorgen dafür, dass niemand friert oder in Unterwäsche über die Einsatzstelle laufen muss.
Insgesamt nicht spektakulär, aber enorm wichtig. Bei Bränden haben wir es fast immer mit erheblichen Schadstoffbelastungen zu tun. Die wollen wir nicht verschleppen, weder über die Atmung noch über die Haut.
Wir sind froh, dass wir uns bei der Feuerwehr Cloppenburg entsprechend ausstatten konnten. Eine Doppelkabine mit Pritsche transportiert das Material in drei Alukisten. Dazu ein Rucksack mit dem Shelter. So geht es zur Einsatzstelle.
Und wenn unsere Kapazitäten bei größeren Lagen nicht ausreichen, greifen wir auf die Feuerwehr Molbergen zurück. Dort gibt es einen Abrollbehälter mit Duschen und WC-Anlagen, so dass man sich nach dem Einsatz auch richtig fertig machen kann.